Dasht e Lut und Dasht e Kevir

Auf den Spuren von Alfons Gabriel, Sven Hedin und Marco Polo

 

Das Erkundungsgebiet ist auf Grund seiner Einzigartigkeit, seiner weltweiten Seltenheit, in allen Zeiten ein begehrtes Forschungsgebiet und Ziel geblieben. In jüngster Zeit erkundete hier eine Expedition vom Geo-Verlag, in Teilgebieten produzierte der ORF Universum-Beiträge und wir sind im Zuge unserer Ethnographischen Geo-Expeditionen hier seit 20 Jahren tätig. Diese Zielgebiete auf der Lut-Kevir-Route, werden von keinen Reiseagenturen angeboten. Unsere Übernachtungsplätze liegen vor Ort, an den schönsten Ausblicken, an den interessantesten Stellen … eine geologische Erkundungstour vom Feinsten, bereichert durch Kultur und Begegnungen mit gastfreundlichen Iranern/innen…

Das persische Wort Lut bezeichnet die absolute Leere und Lebensfeindlichkeit einer Landschaft, ursprünglich eine Gebietsbezeichnung für ein tiefliegendes Becken, dass sich vom Südrand des Elburz-Gebirges über Tausend Kilometer durch Zentralpersien hindurch, vom Norden nach Südosten des Iran erstreckt.

 

Geografisch bezeichnet man heute den nördlichen Teil dieses Beckens mit Dasht e Kevir „die Wüste des Salzes“ und den Süden mit Dasht e Lut „die Wüste des Sandes“. Geologisch umrahmt und durchzogen ist diese Beckenlandschaft von bizarren Gebirgsstöcken. Drift und Kollision der Kontinentalplatten ließen diese Urlandschaften entstehen und sie gestalten heute noch den geologischen Aufbau.

Hier lagen zahlreiche Etappenziele der einst so berühmten und wichtigen Handelsstraße, der Seidenstraße, wo auch Gewürze, Porzellan und andere Waren gehandelt wurden, wo Abenteurer, Händler und Forscher im Schutz der Lehmmauern alter Karawansereien Rast suchten.

 

Unsere Leistungen:

 

Als Reisegast benötigen Sie nur Ihren eigenen Schlafsack und Ihr persönliches Gepäck!

 

Nicht eingeschlossene Leistungen:

 

Für die aktuellen Preise und Reisedaten schreiben Sie uns bitte eine email an: kohl.expedition@aon.at

 

Unser Erkundungsgebiet im Detail:

 

Unsere Route führt entlang der Elburz-Gebirgskette ostwärts. Bei "klarem" Wetter erblicken wir in der Gegend von Firuzkuh erstmals den 5670 Meter hohen Vulkan Damavand. Wir geniessen den Blick auf eine wildromantische iranische Berglandschaft. Erkundung und Besteigung des historisch interessanten Burgberges Gerd Kuh mit seinen Ruinen, der im 13. Jahrhundert 27 Jahre lang von Dschingis Khans Truppen belagert wurde, ehe das Bollwerk eingenommen werden konnte. Aus dieser Zeit finden wir noch verstreut zahlreiche Schleuderkugeln in den Wadis. Hier lagen wichtige Karawanen-Etappenziele an der so berühmten "Seidenstrasse" und diese Region war auch langjähriges Expeditionsziel vom österreichischen Forscher-Ehepaar Gabriel.

 

Gut erhaltene sassanidische/safafidische Karawansereien säumen den einstigen Weg der Karawanen, wo Seide und Gewürze, Porzellan und andere Waren gehandelt wurden, wo Abenteurer, Pilger, Händler und Forscher ihr Etappenziel einrichten mussten, um im Schutz der dicken Lehmmauern zu rasten. Über Damghan, Moalleman tauchen wir ein in das Herz der Dasht e Kevir.

 

Hier verläuft ein alter Karawanenweg Richtung Jandak und Tabas, den wir über 100e Kilometer durch die eindrucksvolle, einzigartige Salzwüste Dasht-e-Kevir folgen. Ein Zweig der alten Königs-, Seide- und Gewürz-Karawanenstrasse, die Khorassan mit Samarkand und Merv verband, führte über Maschad weiter nach Nordosten zur afghanischen und turkmenischen Grenze.

 

Wir steuern jedoch in Richtung Tabas, das frühere Golschan, die "Königin der Wüste" oder auch "Tor nach Khorassan" genannt. Einst Kreuzungspunkt wichtiger Kamelrouten, begehrt bei allen Expeditionsreisenden, im besonderen von Alfons Gabriel und seiner Frau Agnes Kummer. Nomadendörfer und eine grandiose Lehmarchitektur schmücken diese antike Strecke. Deyhuk und Neyband, uralte befestigte Lehmdörfer auf Steilfelsen, wehrhafte Bollwerke gegen einstige Überfälle der Belutschen, sind wahre "Schmankerln" der altiranischen Lehmarchitektur, jemenitischen Bauten sehr ähnlich.

Bei Darband erinnert eine gut erhaltene Karawanserei an das berühmte Wegekreuz nach Kubanan (Sven Hedin). Kerman, die in 1800 Meter Höhe am Rande des mächtigen Gebirges Kuha-ye Kuhpaye und der Dasht e Lut gelegene Wüstenstadt, ist heute noch genauso wie in der Vergangenheit berühmt für seine Teppiche, seinem traditionellen Bazar und seiner Urtümlichkeit. Die Großstadt an der internationalen Fernstraße nach Pakistan und Indien, bzw. an den persischen Golf,  wird uns für "Versorgungszwecke" dienen, wir besuchen den überaus interessanten Bazar in der Medina und nächtigen hier vor dem Rückflug nach Teheran.

Etwa 30 km südlich von Kerman, am Fuße des 3993 Meter hohen Kuh-e Segoch, verändern wir den Kurs in Richtung Nordost, überqueren dieses mächtige, gefaltete Gebirge und erblicken an der Ostflanke die Palmenoase Shadad und die "sagenhaften Tiefen" der Dasht e Lut, die größte Sandwüste des Iran. Burgähnliche, mit Ziegel-Ornamentik geschmückte und von der Lut-Hitze ausgeglühte Lehmweiler stellen die Barriere zur einst undurchdringbaren Sandwüste dar.

 

Auf unserem Ost-Kurs in Richtung Deh Seyf, Kuce, Nehbandan berühren wir eine Landschaft der absoluten Superlative: die berühmten Lut-Städte – bis zu 100 Meter hohe Lehmformationen, Jardangs, welche von Wasser und Wüstenwind gestaltet wurden, ausgeblasene, von der Sonne gebrannt und vom Sand eingewehte Geisterstädte. Danach faszinieren uns Farben, geologische Überwerfungen, tief eingeschnittene Wadis ..., ein unbeschreibliches Bild unserer Erde! Ein seismologisch, äusserst unruhiges Terrain, ein erdgeschichtlich offenliegendes, stätig sich veränderndes Gebiet mit Panoramablicken und Offenbarungen in Erosion und Formenvielfalt.

 

Die Besteigung des Burgberges Gerd Kuh ist atemberaubend und von der Schwierigkeit her jedem Wanderer zuzutrauen. Bergsteigerische Fähigkeiten sind nicht erforderlich. Die herbstlichen Tage zeichnen sich durch mitteleuropäische Temperaturen und klare Lichtstimmungen aus - der Frühling besticht durch eine Blumenvielfalt. Lut und Kevir sind mit einer Klischee-Vorstellung von Wüste nicht vereinbar, sie sind das absolute „non plus ultra“ unserer Erdgeschichte.


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